Ich wurde 1950 in Münster geboren. Mit 15 Jahren drehte ich die ersten 8-mm-Filme und machte erste Porträtfotos mit einer professionellen Hasselblad 1000F, die mir ein Großonkel vererbt hatte. An der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster studierte ich Publizistik, Kunstwissenschaft und Romanistik. Zwischen 1968 und 1971 drehte ich Filme in 8 und 16 mm für Aufführungen am Stadttheater Münster; mit einigen Schauspielern des Theaters entstanden auch meine ersten eigenen Kurzfilme.
1972 ging ich nach Rom und studierte an der Filmschule ISOP. Teil meiner Abschlussarbeit zum Thema „Literatur im Film“ (1975) wurde der Film Meine Wunder – Sieben Gedichte von Else Lasker-Schüler. In Rom hatte ich Gelegenheit, Regisseuren wie Roberto Rossellini, Federico Fellini und Luchino Visconti bei der Arbeit zuzusehen. 1973 lernte ich bei der Übersetzung seines Werks Empirismo eretico für das Publizistik-Institut in Münster Pier Paolo Pasolini kennen. Eine geplante Regieassistenz bei ihm kam nicht zustande, weil sein Filmprojekt über den Apostel Paulus (San Paolo) nicht finanziert werden konnte.
1974 lernte ich den deutsch-französischen Regisseur Jean-Marie Straub und seine Frau und Mitarbeiterin Danièle Huillet kennen und half ihnen bei der Verfilmung von Schönbergs Oper Moses und Aron. Daraus wurden eine Freundschaft und eine engere Zusammenarbeit; in Straubs Filmen Klassenverhältnisse und Der Tod des Empedokles spielte ich kleinere Rollen. Bis 1976 drehte ich mehrere Filme in Eigenproduktion. Seit 1977 arbeite ich als freier Autor und Regisseur von Filmen und Radiostücken für deutsche, italienische und internationale Fernseh- und Rundfunkanstalten.
Zu meinen wichtigsten Filmen gehören die musikalischen Filmessays Poemi Asolani (1985), Ein Sonnenstrahl (1996), Roter Mond über Neapel (1998), Palestrina (2009) und Santini's Netzwerk (2013), die brasilianische Musiktrilogie Symphonia Colonialis (1991), O Trem Caipira (1994) und Trommler und Götter (2000) sowie die literarischen Filmessays Ich räume auf (1979) und Penn'a Du (1981).
Für den SWF/SWR in Baden-Baden entstanden unter anderem die Hörfilme Allein mit meinem Zauberwort (1977, über Annette von Droste-Hülshoff), Ich sterbe am Leben und atme im Bild wieder auf (1979, über Else Lasker-Schüler) und Bis wohin reicht mein Leben (1982, über Rainer Maria Rilke und Lou Andreas-Salomé) sowie die Hörbiografien Pausen des Schweigens (1986, über Gian Francesco Malipiero), Nicht ich habe Angst, die Angst hat mich (1990, über Gustav Meyrink) und Die akzeptierte Tragödie (1991, über Hermann Graf Keyserling).
2015 leitete ich Workshops an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zum Thema „Musik im Film“, 2017 an der Accademia di Belle Arti di Roma zum Zusammenspiel von Bild und Klang. Ich lebe und arbeite in Rom. Viele meiner Filme sind heute online zu sehen, in mehreren Sprachfassungen: Zu den Filmen